Ich liebe Donnerstage

15. Februar 2012

Es ist mal wieder so weit, das heißt, es ist mal wieder Donnerstag und das bedeutet für mich vier Stunden Geschichte. Nicht, dass ich Geschichte nicht mag, nein! Meine Schätzchen finden Geschichte total uncool und absolut überflüssig.

Im zehnten Jahrgang versuche ich das Thema „Der Zweite Weltkrieg“ irgendwie spannend, aber auch sinnvoll und greifbar für die Schüler zu machen. Das gelingt mir meiner Meinung nach schon seit Wochen nicht wirklich gut.

Ich gebe nicht auf, versuche ich es mit allen Mitteln. Tagebucheinträge, Bilder, Geschichten, Gedichte, einfach alles. Meine Schätzchen sind vollkommen resistent, sie lassen es einfach über sich ergehen und warten die Zeit ab. Nun komme ich auf die Idee Referatsthemen zu verteilen. Jeder darf sich das Thema aussuchen. Irgendwann kommt die Zeit der Vorträge.

Zwei Mädels haben sich „Die weiße Rose“ als Thema ausgesucht und tragen ihre Arbeit total souverän vor. Alle hören wirklich gespannt zu. Am Ende werden noch Fragen geklärt.

„Also, wie alt waren die Beiden und der Rest der Gruppe?”
„Noch nicht so alt.“
„Und sie ließen ihr Leben für etwas, wovon sie echt überzeugt waren?“
„Wie das? Voll krass. Und warum?“
„Also das waren total überzeugte Christen.“
“Ja die haben für Freiheit und Liebe eingestanden.“
„Und weil, sie so von dieser Sache überzeugt waren, wollten sie nicht nur davon sprechen, sondern handeln.“
„Und dabei wurden sie dann erwischt.”

Eine seltsame Stimmung baut sich in der Klasse auf. Es ist sichtbar und spürbar, dass die gesamte Klasse von dem Thema tief bewegt und ergriffen ist.

“Aber das ist echt so! Sie hatten ein Ziel, eine Perspektive und waren bereit alles dafür zu geben!“

Absolute Stille! Meine meistens total gelangweilten und desinteressierten Kids sind sprachlos.

Sonst sind es 50cent, Lady Gaga und andere „Stars“ die als Vorbilder herhalten, aber heute habe ich bei meinen Schülern einen Punkt getroffen, der eine Lücke füllt. Sie sehen, wie andere Kids Perspektiven und Ziele für ihr Leben hatten – und dafür bereit waren zu sterben. Und das, wo sie selbst meistens perspektivlos, gelangweilt und ziellos sind. Sie haben Empathie entwickelt – für die Geschwister Scholl.

Gerade dann, als ich es fast aufgab, wurde mein Ziel der Reihe vollkommen erreicht! Sie haben es verstanden!

Bin immer noch sprachlos, danke Gott!

Morgen ist ein neuer Tag und es ist mal wieder Donnerstag. Ich liebe Donnerstage.

anna

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Ich bin begeistert von Gott! Er hat mein, unser, Leben so radikal und positiv verändert - einfach großartig! Ich träume davon und ich lebe dafür, anderen Menschen davon zu erzählen, wie großartig Gott ist.